FotoPro FOTOTIPP: Unter Wasser

Unterwasseraufnahmen in der Kompakt-Klasse

Ferienzeit ist Reisezeit und oft geht's zum Badeurlaub ans Wasser.
Outdoor-Kameras und Actioncams sind sehr beliebt und eignen sich nicht nur für Aufnahmen an Land sondern sind je nach Modell auch wasserdicht bis mehrere Meter Tiefe.

Zum Fotografieren unter Wasser helfen Ihnen bestimmt folgende Tipps:

zu den Unterwasser-Kameras

Outdoorkamera oder Tauchgehäuse

Um auch unter Wasser fotografieren zu können, muss Ihre Kamera wasserdicht sein. Da der Druck unter Wasser mit der Tauchtiefe stark zunimmt, sind die Outdookameras sehr robust konstruiert und können - abhängig vom Modell - bis zu 20m Tiefe eingesetzt werden. Teurere Modelle haben sogar einen Tiefenmesser integriert.

Outdoorkameras für jede Action bereit

Durch die druck- und wasserresistenten Gehäuse sind die Outdoorkameras auch unempfindlich gegen Stösse, Staub und Kälte, eignen sich damit ganzjährig auch für die Skipiste und halten auch einen Sturz aus, wenn Sie jemandem aus der Hand rutscht.

  • Wasserdicht 3- 20m (je nach Modell)
  • Staubdicht für Strand oder Wüste
  • Frostsicher auch für die Skipiste
  • Stossfest bei Sturz oder Druck während des Transports
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Die Nikon 1 AW1 ist derzeit die einzige wasserdichte Systemkamera, die ohne Tauchgehäuse unter Wasser eingesetzt werden kann. Für Schnorchler ist sie eine attraktive und preiswerte Lösung, wenn die Einstellmöglichkeiten einer Kompaktkamera nicht ausreichen.

Für ausgewählte Kameras sind auch Tauchgehäuse für bis 40 oder sogar 60m Tiefe erhältlich.

  • Zu den beliebtesten Canon Kompaktkameras sind modellspezifische Tauchgehäuse erhältlich
  • Olympus und Nikon bieten selbst für Systemkameras spezielle Gehäuse an.
  • Bei Drittherstellern finden sich auch Gehäuse für weitere Kameras bis zu Spiegelreflexmodellen mit Wechselobjektiven und Zusatzblitzgeräten.
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Für engagierte Fotofans und professionelle Fotografen sind Tauchgehäuse für "normale" Kameras die beste Wahl, da sie auch für Kameras mit Wechselobjektiven erhältlich sind, die mehr Einstellmöglichkeiten bieten als Outdoor-Kompaktkameras. Durch die geringen Stückzahlen und die Beschränkung auf jeweils ein einziges Kameramodell ist die Anschaffung aber verhältnismässig kostspielig.

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Besonders für Videoaufnahmen sind Actioncams sehr beliebt. Die Kameras werden serienmässig mit einem Tauchgehäuse geliefert. Einzelne besonders kompakte Modelle sind ohne Gehäuse wasserdicht.

Das fixe Weitwinkelobjektiv ermöglicht Übersichtaufnahmen auch aus kurzen Entfernungen.

Dank den unterschiedlichsten Montage-Möglichkeiten können Sie vielfältig eingesetzt werden. Vom Skihelm bis zum Surfbrett sind den kreativen Einsätzen kaum Grenzen gesetzt.

Weitwinkelobjektiv für unter Wasser

  • Die optische Vergrösserung unter Wasser reduziert den Bildausschnitt, weshalb starke Weitwinkel zu empfehlen sind
  • Viele Outdoorkameras starten mit Brennweiten von 20 - 28mm für Übersichtaufnahmen
  • Mit einem Zoomobjektiv sind auch Detail- und Nahaufnahmen möglich
  • Mit kurzen Aufnahmedistanzen (Schwebeteilchen) können grössere Motive komplett fotografiert werden

Licht und Farbe unter Wasser

Unter Wasser gelten andere optische Gesetze als an der Luft und haben starken Einfluss bei der Unterwasserfotografie.

Schärfe und Vergrösserung
Durch die unterschiedliche Dichte wird Licht unter Wasser anders gebrochen und alle Objekte erscheinen etwa um einen Drittel grösser. Das menschliche Auge kann ohne Taucherbrille nicht scharf sehen. Unterwasserkameras können sich aber den Verhältnissen anpassen und liefern scharfe Bilder.

Wasserdichte Outdoorkameras bieten ein entsprechendes Motivprogramm(Szene) für UW-Aufnahmen an, das die Farben automatisch verbessert.

Fortgeschrittene Unterwasser-fotografen wählen Kameras mit RAW Dateiformat und können die Farben später am Computer optimal korrigieren.

Gewusst? Blaue Wände und Kacheln in Swimmingpools verstärken den Blaustich schon in geringer Tiefe. Hauttöne können auf kurze Distanzen mit dem Blitz aufgehellt werden.

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Jeder kennt die farbenfrohen Fische oder bunten Korallen von Bildern. Beim Tauchen können Sie diese aber selten so von Auge erkennen. Wasser wirkt nämlich wie ein natürlicher Farbfilter und verändert das Sonnenlicht.

Licht besteht bekanntlich aus den Grundfarben rot, grün und blau. Diese durchdringen das Wasser aber nicht gleichmässig. Je nach Wassertiefe nimmt nicht nur die Helligkeit ab, sondern die Lichtfarbe ändert sich sehr stark. Rot-, Orange- und Gelbtöne werden schon in geringer Tiefe herausgefiltert und die Unterwasserwelt wirkt bläulich. Tiefere Regionen erreicht nur noch blaues Licht und auch knallige Farben von Fischen oder Badeanzügen sind nicht mehr zu erkennen.

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Tageslicht, Blitz oder Videoleuchte oder Filter

Vorhandenes Tageslicht ist für Schnappschüsse in geringer Tiefe die beste Wahl. Im Unterwassermodus werden Farben bestmöglich korrigiert.
Für eine optimale Farbwiedergabe und leuchtende Farben ist eine künstliche Lichtquelle von Vorteil. Die einfachste Variante ist der eingebaute Blitz der Kamera. Auf kurze Distanzen bringt er Farben zum Leuchten.

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Leuchte: Für Videoaufnahmen ist eine Tauchlampe oder wasserdichte Videleuchte sinnvoll, die künstliches Licht mit in die Tiefe bringt, sinnvoll. Sie dient nicht nur, um bessere Farben zu erhalten, sondern hellt auch für die eigene Betrachtung auf.

Farbfilter: Für gelegentliche Schnappschüsse und Actioncams wie GoPro sind rote oder orangfarbene UW-Farbfilter erhältlich. Als sehr kompakte Lösung, die direkt vor die Kamera montiert wird.
Beim Auftauchen und Aufnahmen über Wasser müssen sie aber unbedingt entfernt werden.


Bei trübem Wasser oder vielen Schwebeteilchen sollten Sie auf Blitzlicht verzichten. (links)

Im Süsswasser mit vielen Algen kann die Sicht wie im Beispiel rechts auch mal nur 2m betragen. Nur eingefleischte Tauchfans werden sich aber wohl in solches Wasser wagen. (rechts)

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Näher ran

In den meisten Sitationen ist es besser, möglichst nahe an ihr Motiv heranzuschwimmen. Kurze Distanzen vermeiden Trübungen durch Schwebeteilchen und Ihre Motive bildfüllend aufzunehmen ist besser, als wenn Sie nur Übersichtsaufnahmen ohne Details zeigen.

Respekt und Vorsicht vor Tieren, Pflanzen und anderen Badegästen

Unterwasseraufnahmen sind eine Bereicherung für Ihr Fotoalbum, doch sollten Sie sich und andere für ein Bild nicht in Gefahr bringen. In tropischen Gewässern lassen sich Fische, Korallen und Pflanzen auch ohne Tauchausrüstung fotografieren. Sie sind aber empfindlich und sollten nicht angefasst oder unbeabsichtigt z.B. mit Flossen berührt werden.
Fische und Wasserschlangen können giftig sein. Einen Tritt auf einen Seeigel werden Sie den Rest des Urlaubs spüren.

Freunde und Verwandte im See, Meer oder Hotel-Pool zu fotografieren macht sehr viel Spass.
Ohne deren Einverständnis sollten sie aber keine Poolnachbarn fotografieren. Auch Familien mit Kindern können trotz Ferienlaune gereizt reagieren, wenn Sie Ihre Kamera ungefragt einsetzen.

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Wichtige Vorbereitung und Pflege

Um Wassereintritt und damit eine Beschädigung Ihrer Kamera zu vermeiden sollten Sie folgendes beachten:

VORHER

  • Überprüfen Sie sorgfältig vor jedem Unterwasser-Einsatz die Dichtungen und Verschlüsse der Kamera. Sandkörner oder Haare können die Dichtigkeit beeinflussen und Wasser eintreten lassen.
  • Verwenden Sie eine Handschlaufe oder einen Schwimmriemen, um die Kamera nicht zu verlieren.
  • Die maximale angegebene Tauchtiefe des Herstellers darf nicht überschritten werden.
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NACHHER

  • Spülen Sie die Kamera nach einem Einsatz im Meer mit Süsswasser ab, um Salzrückstände zu vermeiden
  • Unterwassergehäuse sollten geöffnet und trocken gelagert und nicht über längere Zeit dem Sonnenlicht ausgesetzt werden, um die Lebensdauer der Gummidichtungen zu verlängern. Pflegen Sie O-Ringe zudem regelmässig mit der mitgelieferten Paste (silikonfreis Fett).
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Allgemeine Tipps

  • Kontrollieren Sie Ihre Kamera vor dem Taucheinsatz
  • Wählen Sie die Kameraeinstellung Unterwassermodus am besten noch an Land
  • Setzen Sie die Einstellungen nach dem Auftauchen für Strandfotos wieder zurück
  • Achten Sie auch einen gut geladenen Akku und genügend Platz auf der Speicherkarte
  • Gehen Sie für brillantere Bilder lieber nahe an Ihr Motiv
  • Experimentieren Sie mit dem eingebauten Blitz. Dazu muss nicht zwingend der UW-Modus gewählt sein, da Blitzlicht nicht farbkorrigiert werden muss.
  • Bei ruhigem Wasser kann auch der Panoramamodus eingesetzt werden


Inspirationen

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Mit etwas Glück und guten Licht entstehen auch mit einfachen Kameras tolle Aufnahmen.

Musterbilder von nikon.de

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Aufnahmen an der Wasseroberfläche brauchen etwas Übung. Mit Kameras oder Tauchgehäuse mit grossem Objektivdurchmesser sind solche Aufnahmen einfacher zu erzielen.

In 25m Tiefe erscheinen selbst die gelben Flossen nicht mehr leuchtend, da nur noch blaues Licht in diese Tiefe dringt.

Auf kurze Distanzen können die Farben dank Blitzlicht richtig wiedergegeben werden. 

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Professionelle Fotografen setzen aufwendige Technik für Unterwasserfotografie ein.

  • Tauchgehäuse für Profikameras mit Vorsätzen für Wechselobjektive
  • Unterwasser-Blitzgeräte
  • Sicherheitstaucher fürs Models

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