FotoPro FOTOTIPP: Fotografieren am Strand

Im Sommer und in den Ferien zieht es viele ans Wasser. Dort gibt es viele tolle Motive, aber auch Probleme für die Kamera, die nicht jedem bekannt sind, und erst nach dem Einsatz für Überraschung sorgen.

Um Sie etwas vorzubereiten haben wir einige Tipps zusammengestellt.

Gezielt und abwechselnd fotografieren

Um etwas Abwechslung im Fotoalbum zu erhalten, sollten Sie verschiedene Motive fotografieren und lieber nur wenige Bilder, dafür hochwertige mit guter Gestaltung mit nach Hause nehmen.
Wer über tausende Bilder daheim erst sortieren und auswählen muss, wird schnell die Lust daran verlieren, wenn vielleicht nur schon dreissig davon den Sohn beim Wasserki zeigen. Davon reichen 2-3 gelungene.

Landschaften, Personen, Action, Stimmungen, Nahaufnahmen

Gehen Sie auf eine Fotoexkursion für Landschaften oder wecken Sie Ihren Schatz, um schon am frühen Morgen Stimmungsbilder ganz allein am Strand zu machen.
Ein Macroobjektiv darf auch mit in die Fototasche - zur Not auch nur eine Nahlinse für Detailaufnahmen, wenn Sie mit wenig Gepäck reisen.

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Morgenstund hat Gold im Mund

Die hochstehende Sonne über die Mittagszeit wirft harte Schatten und bei den meisten Motiven ist dies nicht ideal. Deshalb gilt schon seit langem die Redewendung "Zwischen elf und drei hat der Fotograf frei".

Fotografieren Sie am besten im Morgenlicht, wenn die Sonne noch tief steht. Die goldene Stunde zaubert auch für Portraits wundervolles Licht und Landschaften wirken plastischer.
Früh aufstehen lohnt sich ohnehin. Ein Sonnenaufgang ist je nach Landschaft noch viel spannender als der Sonnenuntergang, den jeder fotografiert. Am Strand sind Sie dann oft völlig alleine und haben keine störenden Personen auf Ihren Fotos.

Goldene Stunde auch am Abend

Auch abends - vor oder kurz nach Sonnenuntergang - ist das warme Sonnenlicht fürs Fotografieren wesentlich idealer. Im Gegenlicht vor der untergehenden Sonnen oder mit Stimmungsportraits mit warmer Lichtfarbe werden Ihnen tolle Bilder gelingen.

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Vordergrund ist wichtig

Landschaftsaufnahmen am Strand wirken oft langweilig, wenn kein Blickpunkt das Auge lenkt. Manchmal reicht ein bunter Eimer im Sand oder etwas Vordergrund, der bei der Bildgestaltung hilft.

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Abwechslung in der Perspektive und Kameraposition

Sie haben sich Ihre Ferien verdient und dürfen vom Alltag ausspannen. Wer aber beim Fotografieren allzu faul knipst, wird oft auch langweilige Bilder nach Hause bringen.

Nutzen Sie unterschiedliche Kamerapositionen und trauen Sie sich, in die Knie zu gehen oder gar auch aus der Froschperspektive von tief unten zu fotografieren. Testen Sie das Hoch- und Querformat vom selben Motiv.

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Panorama und gerader Horizont

Weite Strände verleiten dazu, die Panorama-Funktion der Kamera auszuprobieren, die mehrere Bilder direkt in der Kamera zusammensetzt. Selbst Mobiltelefone bieten die Funktion.

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Achten Sie bei solchen Aufnahmen IMMER darauf, dass der Horizont gerade ist. Ein schräg abfallendes Meer sieht unnatürlich aus und stört das Auge. Sollte es bei der Aufnahme nicht gelingen, korrigieren Sie dies spätestens zu Hause am Computer, bevor Sie ihr Lieblingsbild als Poster vergrössern.

Manche Kameras erlauben im Live-Bild Hilfslinien einzublenden. Nutzen Sie diese als Orientierung.

Gewusst? Bei weit entfernten Szenen können auch aus freier Hand Einzelbilder fotografiert und später per Software zusammengesetzt werden. Bei nahen Motiven sollten ein Stativ mit geeignetem Kopf - im besten Fall ein Nodalpunktadapter - genutzt werden, um beim Zusammensetzen keine Doppelkonturen zu erhalten.

Fototipp: Schwenkpanorama

Gegenlicht

Je nach Aufnahmerichtung uns Sonnenstand passiert es oft, dass Sie gegen die Sonne fotografieren oder einen deutlichen helleren Hintergrund haben, als ihr Hauptmotiv ist. Dabei spricht man von Gegenlicht.

Da das Belichtungsmesssysten von Kameras in der Regel das ganze Bildfeld misst, kann Ihr Hauptmotiv zu dunkel erscheinen, wenn die Kamera die Priorität auf den Hintergrund setzt.

Fototipp: Gegenlicht

Gegenlicht statt Sonnenbrand

Bei starker Sonne sitzen Sie gerne unterm Sonnenschirm? Der Schatten ist dabei eine Herausforderung für Ihre Kamera, denn der Kontrast vom der schattierten Person zum sonnenbestrahlten Hintergrund ist immens.

Setzen Sie die Belichtung für Personenaufnahmen auf das Gesicht und verwenden Sie eine Belichtungskorrektur oder die Spotmessung.

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Farbstich statt Sonnenstich

Farbige Sonnenschirme ergeben zudem farbige Schatten und so erscheint ein Gesicht auf dem Foto mit einem extremen roten Farbstich, der auch später am Computer nicht mehr korrigiert werden kann.

Vermeiden Sie Aufnahmen unter farbigen Schirmen oder hellen Sie mit einen Blitz auf.

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Polarisationsfilter

Um Himmelblau und Meerwasser farbiger zu erhalten, eignen sich Polarisationsfilter. Je nach Stellung des Filters können Reflexionen reduziert und damit Farben verstärkt werden. Weisse Wolken leuchten vor intensivem Himmelblau stärker.

Fototipp: Polarisationsfilter
Gewusst? Viele Sonnenbrillen haben ebenfalls den Polarisationsfolien eingebaut, weshalb die Faben damit intensiver aussehen als auf Ihren "ungefilterten" Fotos.
Bei Aufnahmen gegen oder mit der Sonne ist die Wirkung schwächer als im 90° Winkel und seitlichem Licht.

Graufilter bei viel Licht oder für Langzeitbelichtung

Graufilter dienen dazu, Licht zu reduzieren. Hochwertige Modelle verändern dabei ausschliesslich die Helligkeit und beeinflussen die Farben nicht. Billigfilter sollten Sie dabei vermeiden, da diese oft einen ungewollten Farbstich ergeben.

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Bei der Bildgestaltung wird gerne mit geringer Tiefenschärfe fotografiert. Dazu muss die Blende weit geöffnet werden und es kommt viel Licht in die Kamera.
Die Kamera kompensiert dies mit einer kurzen Verschlusszeit. Was aber, wenn Ihre Kamera "nur" 1/4000s Belichten kann und die Aufnahme bei Blende f/1.4 überbelichtet wird? Entweder schliessen Sie die Blende oder verwenden einen neutralen Filter, um Licht zu reduzieren. Graufilter oder ND (Neutrale Dichte) sperren Licht und ermöglichen so längere Verschlusszeiten.

Bei Tageslicht reicht für Portraits bei Offenblende oft eine 8 bis 16fache Stärke.

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Langzeitbelichtung

Graufilter eignen sich auch um lange Belichtungszeiten zu erreichen und somit die Wellenbewegung des Wassers fliessender zu gestalten. Hierzu sind bei Tageslicht sehr starke Filter mit mindestens 1000fachem Verlängerungsfaktor und mehr notwendig.

Fototipp Graufilter
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Vor Hitze schützen

Digitalkameras besitzen reichlich Elektronik, die temperaturempfindlich ist. Den einwandfreien Betrieb garantieren die meisten Hersteller bei Temperaturen zwischen 0 und 40° Celsius.

An der direkten Sonne bei 30°C im Schatten kann die Temperatur massiv höher sein. Die meist schwarzen Gehäuse absorbieren zudem das Licht und speichern die Wärme.

Legen Sie Ihre Kamera deshalb nie an die direkte Sonne sondern unter ein Tuch oder in eine Tasche am Schatten.

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Sand ist ein Feind der Kamera

Am Strand ist es oft windig. Gerade in den Dünen bläst dauernd eine leichte bis starke Brise und transportiert feinen Sand durch die Luft.
Schützen Sie Ihre Kamera bestmöglich vor Flugsand und legen Sie sie wenn möglich nie direkt in den Sand.
Sandkörner können die Mechanik von Objektiven stören. Autofokussysteme können nicht mehr arbeiten, wenn beispielsweise ein Sandkorn ein Zahnrad blockiert. Der Zoommechanismus is ebenfalls empfindlich gegen Sand und feiner Flugsand dringt überall hinein.

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Packen Sie die Kamera am besten in einen Plastiksack (zB. Gefrierbeutel), solange Sie nicht fotografieren, um sie vor Sand zu schützen. Es muss nicht zwingend ein verschliessbares Modell sein. Er kann auch mit einem Gummiband verschlossen werden. Wichtig ist, dass er innen sauber und staubfrei ist.

Outdoorkamera machen alles mit

Gerade, wenn Ihre Kamera am Strand am oder sogar im Wasser Schaden nehmen kann, nutzen viele eine wasserdichte Kamera - auch als Zweitkamera für die Ferien. Kameramodelle, die sowohl wasser- und staubdicht sind, aber auch mal einen Sturz vertragen, werden Outdoorkameras genannt. Natürlich können Sie mit jeder Kamera aus dem Haus. Wasser mögen aber nur ausgewählte Modelle.

Nach dem Baden im Salzwasser sollten Sie aber auch wasserdichte Outdoorkameras mit Süsswasser abspülen.

Fototipp: Unterwasser für Einsteiger

Spass mit der Actioncam

Am und im Wasser hat sich eine weitere Kamerakategorie einen Namen gemacht: Die Actioncam.

Wasserdicht - je nach Modell mit oder ohne Tauchgehäuse und mit Foto- und hochwertiger Videofunktion ausgestattet, machen die Modelle beispielsweise von GoPro und Sony fast alles mit. Dank starkem Weitwinkel gelingen auch auf kurze Distanzen weiträumige Aufnahmen und die Kameras können mit verschiedenen Montagesysteme überall eingesetzt werden - sogar aufs Surfbrett geklebt oder auf den Helm oder an Ihren Hund geschnallt.

Actioncams

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